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Schwimmen, 25.11.02, von schwimm-press
Deutsche Kurzbahn-Meisterschaften in Goslar — Beckmann erwartet Top-Team für die EM in Riesa

Goslar (schwimm-press) Deutschlands Schwimmer gehen mit dem Schwung der erfolgreichen Europameisterschaften in Berlin (zehnmal Gold, siebenmal Silber und fünfmal Bronze) in die neue Kurzbahn-Saison. Die neunten Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften (nach Wiedereinführung 1994) am kommenden Wochenende (29. November bis 1. Dezember) im Goslarer „Aquantic“ erfahren ein neues Rekordmeldeergebnis: 170 DSV-Vereine haben für insgesamt 592 Aktive 1624 Einzel- und 68 Staffelstarts in den 40 Wettbewerben angekündigt.

Mit wenigen Ausnahmen wie Franziska van Almsick (Neukölln), Jörg Hoffmann (Potsdam/Kreuzband-Operation), Anne Poleska (Krefeld/US-Studentin), Katrin Meißner (Spandau), Jens Thiele (Hamburg/Hüftbruch), Heiko Hell (Elmshorn), Meike Freitag (Frankfurt) und den beim parallellaufenden Weltcup in Schanghai verpflichteten Stefan Herbst (Leutzsch), Steffen Driesen (Uerdingen), Robert Kroll (Halle/Saale) und Cathleen Rund (Neukölln) ist die DSV-Elite komplett am Start. Goslar ist gleichzeitig auch Qualifikation für die 14 Tage später stattfindenden Kurzbahn-Europameisterschaften in Riesa (12. bis 15. Dezember), wo der DSV seine Position als Nummer eins auf dem Kontinent zu verteidigen hat.

DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann geht von einer Mannschaftsstärke von 28 bis 30 Aktiven und einem Top-Team für die EM in Riesa aus. Als Orientierung für die Richtzeiten in der EM-Qualifikation dient Platz sechs der „bereinigten“ Kurzbahn-Weltbestenliste der vergangenen Saison (nur jeweils zwei Schwimmer/innen pro Nationen berücksichtigt). Die ersten Ergebnisse aus den beiden Weltcups in Rio de Janeiro und am vergangenen Wochenende in New York mit Doppelsieger Thomas Rupprath (Wuppertal) an der Spitze untermauern Beckmanns realistische Erwartungshaltung.

Der 25-jährige Rupprath, Doppel-Europameister in Berlin und dreifacher Titelträger bei der letztjährigen Kurzbahn-EM in Antwerpen, bewegt sich bereits wieder nahezu auf einem Leistungsniveau wie vor Jahresfrist. Bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften 2001 in Rostock schwamm er Weltrekord über 200 m Schmetterling (1:51,21), Europarekorde über 50 (23,75) und 100 m Rücken (50,80) und drei weitere Deutsche Rekorde. In Goslar wie in Riesa wird Rupprath sicherlich zu den Athleten zählen, die den Titelkämpfen ihren Stempel aufdrücken werden. Heimtrainer Henning Lambertz hat für die kommenden Wochen in der Kurzbahn-Saison bereits wieder „weltrekordreife Leistungen“ für seinen Schützling angekündigt. Der lebt mittlerweile fest in seiner neuen Heimat Rostock, trainiert die Woche über in Wuppertal und schlägt dann – wie in früheren Zeiten – sein Quartier bei den Eltern in Neuss auf. Seit September ist Thomas Rupprath verheiratet. Ehefrau Urte ist die Schwester der Olympia-Dritten im Kunstspringen, Dörte Lindner.

Rupprath „gönnt“ sich in diesen Tagen allerdings ein Mammut-Programm: Am vergangenen Wochenende New York, jetzt Goslar, acht Tage später Weltcup in Melbourne (6. bis 8. Dezember) und dann noch die EM in Riesa (12. bis 15. Dezember). Rupprath hat sich den Gesamtsieg im Weltcup und die damit verbundene Prämie in Höhe von 50.000 Dollar als Ziel gesetzt.

Mit Rupprath, dessen Dauer-Rivalen auf den Rückenstrecken, Stev Theloke (Chemnitz), Jens Kruppa (Riesa) und dem mittlerweile auch schon 30-jährigen Christian Keller (Essen) auf den Lagen-Strecken, bei den Frauen Sandra Völker (Hamburg), die für Goslar fünfmal gemeldet hat, jeweils über 50 und 100 m Freistil und Rücken sowie 100 m Lagen, Antje Buschschulte (Wuppertal) über Freistil und Rücken, Nicole Hetzer (Magdeburg) über Lagen und Rücken, Annika Mehlhorn (Baunatal) über Schmetterling und Lagen, Hannah Stockbauer (Erlangen) und Jana Henke (Potsdam) auf den langen Kraulstrecken wird der DSV auf „altbewährte“ Aktive setzen. Die Duelle Rupprath/Theloke, Kruppa/Keller, Völker/Buschschulte, Hetzer/Mehlhorn oder Weltmeisterin Hannah Stockbauer gegen Europameisterin Jana Henke über 800 m Freistil werden den Reiz der Goslaer Meisterschaftstage ausmachen.

„Bewegung bei den Brustschwimmerinnen“ erwarten Sportdirektor Beckmann und Bundestrainer Manfred Thiesmann durch die Südafrikanerin Sarah Poewe, die im Sommer in Warendorf bereits erstmalig Deutsche Meisterin über 100 m Brust geworden war. Der DSV erwartet täglich die Freigabe durch den Internationalen Schwimm-Verband Fina für die 19-jährige Ex-Weltmeisterin über 50 und 100 m Brust. Die des südafrikanischen Verbandes und des NOK Südafrikaas liegen bereits vor. Sarah Poewe ist im Besitz eines deutschen Passes (Vater stammt aus Kiel) und könnte im Falle einer Freigabe und ihrer sportlichen Qualifikation in Goslar bei der Kurzbahn-EM in Riesa bereits vom DSV eingesetzt werden. Bei der SG Wuppertal/Uerdingen/Dormagen ist sie u.a. Trainingspartnerin von Thomas Rupprath und Antje Buschschulte.

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Letzte Aktualisierung: 25.11.2002 •  webmaster@swimpool.de
 
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