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Schwimmen, 30.11.04, von
Jan Krohn / Ingeborg Seidel
Gut angenommen wurden in diesem Jahr die Kurzbahn-Meisterschaften
der Masters (27./28.11.04 in Bonn), die am letzten Novemberwochenende
zum 3. Mal durchgeführt wurden und wiederum hieß der
Ausrichter SC Hardtberg. Mit einer beachtlichen Steigerung der Meldezahl
kamen die Einzelmeldungen mit 1.129 (+184 zum Vorjahr) fast an die
der kurzen Strecken im Sommer heran, und auch die Staffelmeldungen
waren um 41 Meldungen höher als in 2003. Die Schwimmer/innen
kamen aus 72 Vereinen des Schwimmverbandes NRW in die ehemalige
Hauptstadt.
Und die Masters haben den Weg nach Bonn nicht bereut. Das schnelle
Becken im Frankenbad sorgte für viele Rekorde und zahlreiche
persönliche Bestzeiten. Es zeigte sich wieder einmal, dass
nicht nur in modernen Becken superschnell geschwommen werden kann,
sondern auch in einem Bad, das auf die 50 Jahre zugeht, Spitzenleistungen
erreicht werden können. Lediglich der Sprung zu Beginn eines
jeden Wettkampfes in das doch recht kühle Wasser ließ
bei den ersten Zügen ein Frösteln aufkommen, das sich
jedoch schnell verlor. Während der zweitägigen Veranstaltung
wurden 1 Weltrekord, 3 Europarekorde und 10 Deutsche Rekorde erzielt.
Der Weltrekord fiel im letzten Veranstaltungsabschnitt. Petra Schröer,
AK 50 (Jg.1953), startend für SC Dinslaken, unterbot die bisherige
Zeit über 50m Brust auf 0:37,10 Min., dieses bedeutete auch
Europarekord und Deutschen Rekord .
Jochen Bruha vom ASV Wuppertal, AK 35 (Jg.1969), schwimmt nicht
nur schnell, sondern ist auch stilistisch ein Ästhet. Er erzielte
das Gros der Rekorde. Über 200 m Freistil verfehlte er ärgerlicherweise
den bestehenden Weltrekord um nur 8 Hundertstel Sekunden. 1:51,47
Min. bedeuteten immerhin neuen Europa- und Deutschen Rekord, was
ihn aber nicht vollends trösten konnte. Den Europa- und Deutschen
Rekord konnte er auch über 100m Schmetterling knacken, er erzielte
hierbei 0:56,86 Min. Und auch 2 weitere Deutsche Rekorde gingen
auf sein Konto: 50m Freistil in 0:23,79 Min. und 100m Freistil in
0:51,43 Min.
Auch Ernst Denzer (AK 50, Jg. 1954) vom Düsseldorfer SC trägt
sich über die Schmetterlingsstrecken regelmäßig
in die Rekordliste ein. Er erzielte jeweils Deutschen Rekord über
100 m Schmetterling in 1:03,04 Min. und über 50 m Schmetterling
in 0:28,16 Min.
Über 100 m Rücken der Frauen steigerte sich in der AK
70 Ingrid Keusch-Renner (Jg.1934) von Blau-Weiß Bochum auf
1:47,53 Min. und erzielte hiermit eine neue Rekordzeit.
Zu diesen Einzelrekorden kamen noch 2 Deutsche Staffelrekorde hinzu,
die beide vom Düsseldorfer SC geschwommen wurden. Zunächst
gelang den Damen und Herren in der 4x50 m Lagen mixed-Staffel in
der Alterklasse E (200-239 Jahre) mit 2:13,77 Min. diese hervorragende
Leistung. Beteiligt hieran waren Barbie Timmer (Jg.1955), Karin
Wilk (Jg. 1958), Ernst Denzer (Jg. 1954) und Willi Stolze (Jg.1949).
Den anderen Staffelrekord erzielten die Damen der AK G (280-319
Jahre) in der 4x50 m Lagen-Staffel. Das eingeschworene und bewährte
Team bestand aus Ingrid Lange (Jg.1937), Ingeborg Fritze (Jg. 1921),
Heidi Guhl (Jg. 1942) und Uschi Meyer-Tonndorf (jg. 1936).
An alle Rekordschwimmer geht ein herzlicher
Glückwunsch!
Organisatorisch wies die Veranstaltung in diesem Jahr ein paar
Schönheitsfehler auf. Einerseits traten Mängel bei den
Siegerehrungen der Staffeln bzgl. der Urkunden auf, andererseits
hatte das Kampfgericht Probleme mit "durchlaufenden Uhren".
Der Schwimmverband NRW kann sich über zusätzliche Einnahmen
durch ENM "freuen", denn 19 mal kam es zu Disqualifikationen
wegen Frühstarts. Größtenteils war in diesen Fällen
den Aktiven wohl entweder nicht die Einstartregelung oder die Zahlpflicht
von ENM bei Disqualifikationen bekannt.
Der SC Hardtberg hat sich bereit erklärt, auch in 2005 die
Kurzbahn-Meisterschaften der Masters wieder durchzuführen.
Allerdings steht erschwerend im Raum, dass die Stadt Bonn demnächst
Badmieten kassieren wird und es ist noch nicht sicher, ob die NRW-Masters
von dieser Regelung ausgenommen werden. Verhandlungen stehen bevor,
und man kann nur wünschen, dass das Ergebnis günstig für
uns sein wird.
Das Protokoll wurde bereits am 28.11. veröffentlicht und ist
hier abrufbar...
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