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Schwimmverband NRW,
21.08.07, von LSB NRW /
A.
Hillebrand
Vor zwanzig Jahren, am 25. August 1987, starb der große Sportfunktionär
und Politiker Willi Weyer während eines Ferienaufenthaltes
auf der Nordseeinsel Juist. Am 16. Februar 1917 in Hagen geboren,
wurde der gelernte Jurist 70 Jahre alt. Wie kaum ein anderer stand
Weyer für den wechselseitigen Einfluss von Sport und Politik.
Aus einer liberalen Familie stammend, war Willi Weyer früh
Mitglied der FDP geworden und bekleidete zahlreiche politische Funktionen
auf Bundes- und Landesebene, darunter auch das Amt des Innenministers
und Stellvertreters des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen.
1957 wurde Weyer zum Präsidenten des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen
gewählt. Über 30 Jahre, bis zu seinem Tod, lenkte er die
Geschicke des größten aller Landessportbünde in
Deutschland, dessen Schule in Hachen nach ihm benannt ist. Von 1974
bis 1986 stand er an der Spitze des Deutschen Sportbundes und hatte
damit das höchste Ehrenamt inne, das der gemeinnützige
Sport hierzulande zu vergeben hat.
"Er hat entscheidend dazu beigetragen, dem deutschen Sport
sein politisches Profil zu geben", sagt Walter Schneeloch,
der amtierende Präsident des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen
über seinen berühmten Vorgänger. "Mit Weyer
gewann das Verhältnis von Sport und Politik eine neue Dimension.
Für ihn stand außer Frage, dass eine Millionen-Bewegung
wie der Sport ein eigenes politisches Selbstverständnis benötigte,
um seine berechtigten Interessen wirksam vertreten zu können.
Dabei beharrte er allerdings stets darauf, dass der Sport sich nicht
vor den "Karren der Parteien" spannen lassen dürfe:
Für Weyer war der Sport politisch nicht abstinent, aber parteipolitisch
neutral."
In seiner Jugend selbst ein begeisterter Schwimmer und erfolgreicher
Wasserballer, war für Willi Weyer Sport ohne Leistung zwar
schlicht "Nonsens", er erkannte aber schon früh die
schädigenden Folgen eines unkontrollierten Leistungsstrebens:
Gerade seine Warnung, dass der Sport "nicht zum Versuchskaninchen
nationaler Frankensteins werden darf", muss vor dem Hintergrund
aktueller Dopingfälle mehr als hellsichtig erscheinen.
"Weyers politischem Gespür ist es auch zu verdanken,
dass heute neben dem Spitzen- und Leistungssport der `Sport für
alle´ als gleichberechtigte und unverzichtbare Säule
steht. Mit Weyer sind gerade in Nordrhein-Westfalen wichtige und
über die Landesgrenzen hinausreichende Impulse für das
gegeben worden, was wir gegenwärtig unter Begriffen wie
Breitensport, Freizeitsport, gesundheitsorientierter Sport, Sport
für Ältere, Sport und Integration u. v. m. diskutieren und
weiterentwickeln", sagt Schneeloch, der im Deutschen Olympischen
Sportbund (DOSB) als Vizepräsident auch für den Bereich
"Breitensport/Sportentwicklung" verantwortlich ist.
Willi Weyers Wirken für den Sport ist ebenso vielfältig
wie nachhaltig. So übergab er im Jahre 1959 an den damaligen
Ministerpräsidenten Dr. Franz Meyers den Fünfjahresplan
für die Förderung des Sports in Nordrhein-Westfalen, der
zum Vorbild für den Goldenen Plan der Deutschen Olympischen
Gesellschaft wurde. Ein weiteres Beispiel ist das bis heute bestehende
Programm zur "Förderung der Übungsarbeit in den Sportvereinen",
das er gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung
1963 ins Leben rief.
Ämter und Funktionen Willi Weyers in Politik
und Sport:
1950 - 1975 Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen
1953 - 1954 Mitglied des Deutschen Bundestages
1954 - 1956 Minister für Wiederaufbau NRW
1956 - 1958 Finanzminister und Stellvertreter des Ministerpräsidenten
NRW
1962 - 1975 Innenminister und Stellvertreter des Ministerpräsidenten
NRW
1957 - 1987 Präsident des LandesSportBundes NRW
1958 - 1986 Präsidiumsmitglied des Deutschen Sportbundes
1972 Mitglied des Organisationskomitees für die Olympischen
Sommerspiele München
1974 - 1986 Präsident des Deutschen Sportbundes
1975 - 1985 Vorsitzender des Bildungswerkes des LandesSportBundes
NRW
1978 - 1987 Vorsitzender der Sporthilfe NRW
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